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Nationalpark Eifel Wald, Wasser, Wildnis …

Fotos Dominik Ketz



Im Jahr 2004 fiel der Startschuss für den ersten Nationalpark im Westen Deutschlands: Der Nationalpark Eifel ist das erste Großschutzgebiet dieser Art in Nordrhein -Westfalen. Auf 110 Quadratkilometer entwickelt sich dort die Wildnis von morgen unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“. Das Besondere: Die natürlichen Prozesse werden hier wie auch in den anderen weltweit existierenden Nationalparks geschützt. Wegen starker Prägung des Menschen ist die Landschaft zunächst Entwicklungsnationalpark, das heißt die Nationalparkverwaltung unterstützt – soweit erforderlich – zunächst mancherorts die Entwicklung. Ökologisches Herzstück ist der Kermeter mit seinen zum Teil über 180 Jahre alten Buchen. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, dient der Nationalpark auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerleben für die zahlreichen Besucher. Bis heute wurden mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark Eifel nachgewiesen, über 2.300 davon mit einem aktuellen Rote-Liste -Status.


Im Nationalpark Eifel geschieht etwas, das in dieser Größe in Nordrhein-Westfalen einzigartig ist: Hier kann sich die Natur auf großen Flächen frei entfalten, ganz nach ihren eigenen Gesetzen. Ehemals von Menschenhand gestaltete Landschaften verwandeln sich nach und nach wieder in „Buchen-Naturwälder“ aus zweiter Hand. Heute unterliegen in dem 2004 eingerichteten Entwicklungs-Nationalpark bereits über die Hälfte des insgesamt 110 Quadratkilometer großen Areals dem Prozessschutz, das heißt, hier findet kein menschlicher Eingriff mehr statt. Bis 2034 werden es über 75 Prozent sein. Naturerleben pur, 365 Tage im Jahr bietet die vielfältige Natur, die sich aus 80 Prozent Wald sowie großen offenen Graslandflächen zusammensetzt und in eine Talsperrenlandschaft eingebettet ist: Wilde Narzissen verwandeln die Talwiesen im Süden des Nationalparks jedes Frühjahr in ein gelbes Blütenmeer. Im Sommer wachsen auf den Wiesen duftende Wildkräuter. Wenn der September die ersten kalten Nächte bringt, wird es laut im Nationalpark. Mit etwas Glück ist dann bei herbstlichen Wanderungen der Ruf des Rothirsches zu hören. Auf leisen Pfoten dagegen schleichen Wildkatzen durch die Dämmerung. Spuren im Schnee verraten die Anwesenheit der scheuen „Eifeltiger“. Der Biber baut in den sauberen Gewässern der Region seine Burgen, und über den Stauseen ziehen Milane ihre Kreise. In den Mittelgebirgsbächen tummeln sich Bachforellen, Neunaugen und Elritzen. Der Schwarzstorch dagegen sucht besonders gerne in flachen Tümpeln nach Nahrung. Natur hautnah erleben Ob wandernd, mit dem Rad, auf Skiern oder zu Pferd: Ein markiertes Wegenetz macht den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark für Besucher ganzjährig erlebbar. Wer das Gebiet lieber unter fachkundiger Begleitung kennenlernen möchte, kann aus jährlich 600 Ranger-Touren, Familientagen sowie speziellen Programmen für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen wählen. Barrierefreie Angebote machen den Nationalpark für Menschen mit und ohne Behinderung erlebbar. Gruppen können bei der Nationalparkverwaltung exklusive Touren mit speziell für den Nationalpark ausgebildeten Waldführern buchen. Erster Anlaufpunkt eines jeden Nationalparkbesuchers sollte die interaktive Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalpark-Zentrum in Vogelsang IP sowie eines der fünf Nationalpark-Tore in Schleiden-Gemünd, Heimbach, Monschau-Höfen, Nideggen und Rurberg sein. Wildnis für alle Mit Gründung des Schutzgebietes im Jahr 2004 hat sich das Nationalparkforstamt Eifel das Ziel gesetzt, den Nationalpark barrierefrei – für Alle – erlebbar zu machen. Als dauerhafte Querschnittsaufgabe berücksichtigt die Nationalparkverwaltung hierzu bei der Entwicklung von Naturerlebnis- und Umweltbildungsangeboten die Belange von Menschen mit und ohne Behinderungen. Nach zehn Jahren hat sich die Nationalparkregion als barrierefreie Naturerlebnisregion bundesweit einen Namen gemacht: In Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern werden eine Reihe von Führungen, Ausstellungen und umweltpädagogischen Programmen für Menschen mit und ohne Behinderungen angeboten. Ein neues Highlight wurde im Sommer 2014 eingeweiht: „Der Wilde Weg“ – ein 1.500 Meter langer Naturerkundungspfad mit zehn interaktiven Erlebnisstationen. An zehn interaktiven Stationen können sich Besucher jeden Alters über Wildnis, Waldentwicklung und die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel informieren. Zudem erfahren sie, wie sich Stürme auf einen Wald auswirken. Sie können auf einer Kletterstrecke ihre Kräfte messen oder sich in einer Forscherstation wie ein Wissenschaftler fühlen. Ein 210 Meter langer Holzsteg durch die Waldwildnis ermöglicht ganz besondere Perspektiven und Einblicke in die Natur.


Landesbetrieb Wald und Holz NRW Nationalparkforstamt Eifel

Urftseestraße 34 | 53937 Schleiden-Gemünd

Tel.: 02444 95100 | info@nationalpark-eifel.de

www.nationalpark-eifel.de





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